Treibscheiben-Fördermaschinen
Treibscheiben-Fördermaschinen wurden im 19. Jahrhundert von Friedrich KOEPE erfunden und revolutionierten die Fördertechnik. Im Gegensatz zu Trommel-Fördermaschinen, bei denen die Seile aufgewickelt werden, umschlingen die Seile hier eine Treibscheibe in einem Winkel von bis zu 200 Grad.
Das ablaufende Seil wird nicht aufgewickelt, sondern läuft wieder in den Schacht zu einem zweiten Fördergefäß. Die Unterseiten beider Fördergefäße sind über das Unterseil verbunden. Auf diese Weise entfällt das gesamte Gewicht von Seil und Fördergefäßen als Belastung der Fördermaschine. Diese hat dementsprechend nur die Gewichtsdifferenz der Fördergefäße (sowie die Massenträgheit des Gesamtsystems) zu bewegen und kann dadurch wesentlich effizienter arbeiten.
Merkmale:
- Hohe Förderleistungen
- Reibschlüssige Kraftübertragung
- Geringer Seilverschleiß
- Notwendige Antriebsleistung erheblich reduziert
- Effiziente und sichere Förderung
- Leistungsstarke Antriebe
- Energieeffizient durch Gewichtsausgleich der Fördermittel
- Ein- oder Mehrseilanlagen
- Ausführung in Turm- oder Fluranordnung
- Gleit- oder Wälzlagerung der Hauptwelle
Doppeltrommel-Blair-Fördermaschinen
Doppeltrommel-Blair-Fördermaschinen sind dadurch gekennzeichnet, dass jede der beiden Trommeln zwei separate Wickelbereiche hat, wodurch die Last auf zwei Seile je Trommel aufgeteilt wird.
Merkmale:
- Höchste Nutz- und Betriebslasten
- Für große Teufen geeignet
- Leistungsstarke Antriebe
- Patentierte Versteckvorrichtung zum Anfahren verschiedener Sohlen und bei Seilrevision
- Gleit- oder Wälzlagerung der Hauptwelle
- Ein -oder mehrlagiges Wickeln
- Gute Energienutzung da Gewichtsausgleich der Fördermittel
- Seilwechsel einfacher als bei Treibscheiben-Fördermaschinen
Doppeltrommel-Fördermaschinen
Doppeltrommel-Fördermaschinen besitzen in der Regel Seile auf beiden Seiltrommeln mit unterschiedlicher Wickelrichtung. Diese bedienen je ein separates Fördergefäß mit entgegengesetzter Treibrichtung. Deren Gewichte gleichen sich auf diese Weise aus und belasten nicht den Antrieb der Fördermaschine. Eine der beiden Trommeln wird als Lostrommel, die andere als Festtrommel ausgeführt. Durch eine Versteckvorrichtung an der Lostrommel können beide Trommeln sowohl zusammen, als auch die Festtrommel einzeln, gefahren werden.
Merkmale:
- Hohe Nutz- und Betriebslasten
- Für große Teufen geeignet
- Leistungsstarke Antriebe (direkt oder über Getriebe)
- Patentierte Versteckvorrichtung zum Anfahren verschiedener Sohlen und bei Seilrevision
- In Buchsen oder Wälzlagern gelagerte Lostrommel
- Gleit- oder Wälzlagerung der Hauptwelle
- Ein -oder mehrlagiges Wickeln
- Gute Energienutzung da Gewichtsausgleich der Fördergefäße
- Seilwechsel einfacher als bei Treibscheiben-Fördermaschinen
- Mit Wickelbelag ausgestattet oder mit eingefräster Rillung (z.B. für einlagiges Wickeln)
Eintrommel-Fördermaschinen
Eintrommel-Fördermaschinen finden besondere Berücksichtigung bei kleinen Schachtquerschnitten, beengten Platzverhältnissen.
Merkmale:
- Für kleine bis mittlere Teufen
- Häufig für Transport von Material und Personal eingesetzt
- Meist geringe Fördergeschwindigkeiten
- Direkter Antrieb oder über Getriebe
- Meist mehrlagiges Wickeln
- Mit Wickelbelag ausgestattet oder eingefräster Rillung